• Besinnungstag der Freundinnen und Freunde der Gesellschaft Jesu.
  • P. Bertram Dickerhof SJ: "Warten bis der Betende Gott hört."
  • Gemeinsames Schweigen in der Kapelle der Jesuitenkommunität.
  • P. Martin Stark SJ berichtet von dem, was den Orden zurzeit bewegt.
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Freundetreffen: "Hören lernen" findet großen Anklang

Frankfurt - Das "Hören" stand im Mittelpunkt des adventlichen Begegnungstages für Freunde und Interessierte des Jesuitenordens, der am Vorabend des 2. Adventssonntags in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen/Frankfurt stattfand. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung von Pater Martin Stark SJ zu der adventlichen Besinnung "Beten als Hören" gefolgt. Gestaltet wurde der Tag von Pater Bertram Dickerhof SJ, der seit 2005 den Ashram Jesu im Westerwald leitet.

Ausgehend von seinem eigenen Weg des Suchens und Findens schilderte der Jesuit die Höhen und Tiefen, die auf einen Menschen einströmen, wenn er sich auf den Weg macht, Gott zu erfahren. Diese Erfahrung offenbart sich aber nur dem, der offen und bereit ist, zuzuhören. Ein Prediger wie Jesus brauchte Zuhörer, darum sei das Hören-Lernen erste Voraussetzung. Und so übten die Teilnehmer in drei Sitzungen von jeweils dreißig Minuten konkret ein, ruhig zu sitzen, den Blick nach innen zu richten, Geräusche und Empfindungen wahrzunehmen, nicht abzublocken. Gutes Übungsbeispiel waren gleich die verschiedenen Klingeltöne von Handys, die dabei auszuschalten vergessen wurden.

In seiner Einführung erklärte Pater Dickerhof, wie wichtig es sei, vor Angstgefühlen nicht davonzulaufen. Am Beispiel Jesu im Garten Gethsemane sollen Beter lernen, die eigenen Ängste anzunehmen und dann im Beten zu verweilen.

Dankbar waren die Teilnehmer für die vielen Hinweise, auf die Überforderung, den Stress der heutigen Zeit zu reagieren. Zwischen den Meditationseinheiten waren sie aufgefordert, bewusst und langsam durch den Park von Sankt Georgen zu "schreiten". "Es war für mich eine völlig neue Erfahrung, die Blätter wahrzunehmen, auf die ich trete", meinte eine Teilnehmerin begeistert.

Aus der Anspannung "runterkommen", dazu hilft das langsame Gehen, empfahl Pater Dickerhof. "Wer sich am Morgen einige Minuten bewusst zum Meditieren Zeit nimmt, also nach innen schaut, auf seinen Körper und seine Bedürfnisse hört, der startet gleich besser in den Alltag", empfahl Pater Dickerhof. Genau darum geht es im Ashram Jesu: In der Wohlstandsgesellschaft  andere Sinnquellen zu entdecken als Leistung, Konsum und Spaß.

Wer mehr entdecken will ist herzlich eingeladen zu den Veranstaltungen von Pater Dickerhof im Ashram Jesu unter www.ashram-jesu.de, oder er blättert durch die Lebensschule von P. Dickerhof, erschienen unter dem Titel "Der spirituelle Weg".

Die Resonanz der Teilnehmer war jedenfalls einhellig: eine solche Veranstaltung mit besinnlichen Inhalten darf gerne wieder, vielleicht sogar regelmäßig, angeboten werden.

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