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Pater Medard Kehl SJ verstorben

Berlin - Pater Medard Kehl SJ ist gestern Abend im Alter von 78 Jahren in der Seniorenkommunität Peter-Faber-Haus in Berlin-Kladow verstorben. Er wurde 1942 in Berlin geboren und wuchs mit vier Geschwistern in Bonn auf. Über den Bund Neudeutschland, die heutige KSJ, kam er zu den Jesuiten.

Er trat 1961 in den Orden ein, verbrachte sein Noviziat in Eringerfeld und Philosophiestudium in Pullach bei München, studierte Theologie an der ordenseigenen Hochschule in Frankfurt und promovierte in Tübingen beim damaligen Professor und späteren Kardinal Walter Kasper.

Von 1975 bis 2012 lehrte er Dogmatik und Fundamentaltheologie zunächst als Dozent, später Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen und war Berater der Deutschen Bischofskonferenz. Von 2000-2004 und 2006-2008 war er Prorektor der Hochschule. Als Seelsorger war er unter anderem in einem Kinderheim in Offenbach am Main und in einem christlichen Behindertenwohnheim (Arche) bei Basel tätig. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2012 war er zudem Pfarrer der Gemeinde in Frankfurt-Oberrad. Außerdem betreute er von 1977 bis 2005 die Kirchengemeinde in Ebersbach im Spessart seelsorglich mit.

Die katholische Kirche war für Kehl von Kindheit an sein menschlicher und geistlicher Lebensraum, in dem er sich zu Hause fühlte, so sagte er selber in einem Interview: „Dieses Verhältnis ist natürlich keineswegs immer ungetrübt, das muss man auch sagen. Es gibt immer wieder Ärger, Enttäuschungen. Ich bin deswegen in einige Auseinandersetzungen mit dem Lehramt gekommen. Was ich aber nie gemacht habe war, mit diesen Konflikten in die öffentliche Presse, also die nichtkirchliche Presse, zu gehen; denn ich wollte auf keinen Fall Druck von außen auf die Kirche durch die Presse ausüben. Das verträgt sich meiner Einschätzung nach nicht mit dem „sentire cum ecclesia“ des Heiligen Ignatius. Und der Grundton bei all diesen Auseinandersetzungen war und ist bis heute doch meine Liebe und Treue zur Kirche. Ich habe ihr viel zu verdanken, das muss ich schon sagen: Einen erfüllenden Beruf, der mir Freude macht, sehr gute menschliche Beziehungen, auch Freundschaften, die ich auf keinen Fall missen möchte.“

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